STScI

Gesamtschule Waldbröl

Seit ca. 10 Jahren hat die Astronomie einen Platz an der Gesamtschule Waldbröl – und zwar in Form von Profilbereich und Arbeitsgemeinschaft im Stundenplan oder als Offenes Angebot im Freizeitbereich. Es finden dabei in der Regel 12 bis 20 Schülerinnen und Schüler zusammen, die sich teilweise sehr ausdauernd für die Astronomie begeistern oder auch nur hereinschnuppern. Zukünftig bekommt die Astronomie ein weiteres zusätzliches Standbein als Bestandteil des „Wahlpflichtunterrichts Naturwissenschaften mit Schwerpunkt Physik“ in der Jahrgangsstufe 8.

Aufbau eines Planetenwegs

Ein Planetenweg – das ist eine maßstabgerechte Darstellung unseres Sonnensystems auf einem Wanderweg. Dadurch sollen die Entfernungen im Weltall erfahrbar gemacht werden. Nun ist unser Sonnensystem sehr groß, deshalb ist der Maßstab 1 : 1 Milliarde. Ein Meter entspricht 1 Million Kilometern, ein Wanderer bewegt sich mit 3- bis 4-facher Lichtgeschwindigkeit von der Sonne zu den äußeren Planeten. Nur so ist unser Sonnensystem in einem Spaziergang zu erkunden. In Waldbröl gab es einen solchen Weg bisher noch nicht. Der Profilbereich Astronomie an der Gesamtschule Waldbröl hat sich daher zum Ziel gesetzt, einen solchen Weg einzurichten.

In den vergangenen Schuljahren haben die Schülerinnen und Schüler des Profilbereichs Informationstafeln für die Planeten (und für die Sonne) gestaltet. Inhaltliche Unterstützung und Motivation kam von Klaus Vollmann und Thomas Eversberg vom „Schnörringen Telescope Science Institute (STScI)“, praktische Unterstützung vom Bauamt und vom Bauhof der Stadt Waldbröl.  2011 wurde bereits eine „Vorabversion“ des Waldbröler Planetenwegs eingerichtet. Startpunkt war am Geländes des heutigen Panarbora. Als erste Tafel stand die „Sonne“ am westlichen Rand des Geländes. Bis zur Kreuzung mit der B256 folgten Merkur, Venus, Erde und Mars. An der Kreuzung liegt der Asteroidengürtel – Vorsicht beim Überqueren! Dann folgten   die äußeren Planeten in immer größeren Abständen – Neptun lag dann kurz hinter Gut Ommeroth. Unsere Informationstafeln waren in dieser ersten Version des Planetenwegs noch relativ klein und erwiesen sich als nicht ausreichend „outdoorfest“. In der nächsten „Ausbaustufe“ des Planetenwegs werden dann die schon hergestellten größere wetterfesten Tafeln in stabilen Halterungen aufgestellt.

Woodhenge im Nutscheid

Ein weiters Kernprojekt war der Nachbau des südenglischen Stonehenge im südoberbergischen Nutscheid – passenderweise aus Holzpfählen. Dank der tatkräftigen Unterstützung durch das THW konnten die „Tore“, die Sonnenauf- und Untergang zu den Sonnenwendzeiten und die Tag-und Nachtgleichen markieren lagerichtig auf dem Gelände des Gut Ommeroth auf den Höhen des Nutscheid aufgestellt werden.

Stonehenge im Kleinformat – aber vollständig

Da das englische Stonehenge nicht mehr vollständig ist, war es für uns interessant, einen Eindruck vom Zustand vor 5000 Jahren zu bekommen. Dazu haben wir Modelle von Stonehenge, wie es einmal war, in unserer Astro-AG aus Karton und Hartschaum hergestellt. Dabei haben wir für uns nebenbei die Schneidetechnik optimiert und die Vorteile der Kleinserienfertigungstechnik von  Megalithen erkannt.

Himmelsscheibe von Nebra

Von geringerer Größe als Stonehenge aber ähnlicher Bedeutung ist die in unserer Zeit gefundene Himmelsscheibe von Nebra. Auch sie hat in ihrer Geschichte eine Reihe von Umbauten erlebt und ist in ihrer Bedeutung eher zu verstehen, wenn man die einzelnen Entwicklungsstufen nachbaut. Unser Baumaterialien waren Karton und MPET-Folie.

Den Sternenhimmel kennlernen

Das Auffinden interessanter Objekte am Sternenhimmel ist leichter, wenn man die wichtigsten Sternbilder erkennt. Dabei helfen uns klassische Sternenkarten und selbstgebaute Magnetsterne zum Legen von Sternbildern für die Tafel.

 

Sonnenbeobachtung

Da zu den Schulzeiten fast nie der Sternenhimmel zu sehen ist, richten wir unser Teleskop (mit einem geeigneten, für diesen Zweck hergestellten Filter) auf die Sonne und erleben z. B. Sonnenflecken.Wenn wir besonderes Glück haben, treffen ein Merkurtransit und ein klarer Himmel zusammen. Fotos von diesem seltenen Ereignis gelingen sogar mit einem Smartphone durch das Okular des kleinen Teleskops.

Teleskope kennenlernen

Den Aufbau und die Funktionsweise von Teleskopen lernen wir mit dem 900er Spiegelteleskop an unserer Schule kennen. Eine Beobachtungssimulation zeigt die Leistungsfähigkeit: die hier dargestellten Planeten sind in 1 km Entfernung zur Schule in der korrekten scheinbaren Größe aufgehängt.

Den Weltraum am Teleskop erleben

Höhepunkte der Astro – AG sind Beobachtungsabende am C14-Teleskop in Schnörringen. Wenn die Wetterbedingungen zu unseren zeitlichen Möglichkeiten passen und man bisher nie gesehene Galaxien oder auch entferne Planeten wie den Neptun selber sehen kann, stört die nächtliche Kuhle wenig und man wartet ungeduldig, bis der (bis jetzt einzige) Platz am Okular frei wird.