STScI

Schülersternwarte Waldbröl

Foto: Murat Ecer

Die Sternwarte Waldbröl ist eine Übungs- und Forschungseinrichtung für Astronomie AGs an Bildungseinrichtungen.

An ausgewählten Tagen der offenen Tür werden wir der interessierten Öffentlichkeit Besuche ermöglichen. Für spontane Besuche sind wir aufgeschlossen, garantieren aber keine personelle Besetzung und können keine Vorabplanungen einrichten.


Hauptteleskop

Das größte Fernrohr in Nordrhein-Westfalen

Fernrohre der 1m-Klasse werden umfangreich in der Profiforschung genutzt – und an unserer Schülersternwarte. Das Gerät wird hauptsächlich aus unserem großen Kontrollraum gesteuert. Es kann für die Astrofotografie genutzt werden, ist jedoch prädestiniert für die Nutzung eines großen Spektrografen um analytische Messungen durchzuführen. Es ist damit das obere Ende unserer didaktischen Leiter von den ersten Beobachtungen bis zu wissenschaftlichen Anwendungen.

  • Ritchey-Chretien-Reflektor
  • 0.8m Öffnung
  • 10m Brennweite
  • Temperaturstabilisierter Fokus
  • Motorgetriebene Spiegeltüren
  • Fünf parallele Fokalebenen
  • Aktive Optik (radiale Positionsstabilisierung)
  • Spiegellagerung auf Luftkissen
  • Hersteller: DFM Engineering / Longmont CO (USA)


Schülerlabor

Das Labor besteht aus drei identischen Beobachtungsstationen. Sie sind umfangreich mit Instrumenten ausgestattet. Dazu gehören u.a. Okulare und Filter, je eine digitale Farbkamera für Deep-Sky-Beobachtungen von Anfängern, ein wissenschaftlicher CCD-Detektor sowie ein Spektrograf für fortgeschrittene Schüler. Die abschiebbaren Schutzhütten dienen gleichzeitig als beheizte Kontrollräume. Die Teleskope und ihre Kameras können also sowohl mit dem Handsteuergerät als auch mit dem Computer aus dem Kontrollraum gesteuert werden. Im Falle eines hohen Bedarfs ist geplant, dass die Schülersternwarte durch ein spezielles Buchungssystem für alle Schulen der Region erreichbar wird. Astro-AGs bzw. Schülerteams können dann über die Kursbetreuer astronomische Beobachtungen buchen. Die Betreuung wird durch sachkundige Lehrer/Betreuer sichergestellt.


Die Nebenstationen

Das Schülerlabor wird durch zwei Nebenstationen ergänzt, die mit größeren Teleskopen von 35cm und 40cm Öffnung unter Kuppeln von 2.7m und 3.2m ausgestattet sind. Sie dienen als didaktische Brücke zwischen dem Schülerlabor und unserem Großteleskop. Beide Teleskope sind wie alle anderen Stationen vollumfänglich mit Kameras, Spektrografen und diversen Okularen ausgestattet und werden ebenfalls digital gesteuert.


Optisches Labor

In unserem optischen Labor unter dem Teleskopraum werden wir den temperaturstabilisierten und fiber-gekoppelten Spektrografen des Großteleskops platzieren und eine kleine optische Werkstatt einrichten. Mit verschiedenen Optiken (Linsen, Spiegel, Gitter, Laser) werden wir verschiedene Versuche zur geometrischen und Wellenoptik durchführen können.

Laboraufbau.

Um unser Großteleskop zu wissenschaftlicher Arbeit zu befähigen wird zukünftig ein professioneller Echelle-Spektrograf installiert und via Glasfaser im optischen Labor betrieben. Mit diesem Messgerät kann das gesamte visuelle Lichtspektrum mit einer einzigen Aufnahme in sehr hoher Auflösung abgebildet und ausgewertet werden. Die Technik ist Standard an allen professionellen Sternwarten, ist extrem genau und ermöglicht die optimale Ausnutzung knapper Beobachtungszeit (Wetter).

Strahlengang des zukünftigen Echelle-Spektrografen.

Das Gerät wird aktuell an der Macquarie University in Sydney (Australien) zusammengebaut und danach bei uns installiert. Die Inbetriebnahme ist für 2023 geplant. Damit werden wir das zentrale Werkzeug für die berührungslose astronomische Analytik auch in großem Maßstab einsetzen können und professionelle astronomische Analysemethoden bei uns anwenden und unterrichten.


Seminarrraum

Unser 70 Quadratmeter Seminarraum ist unser Arbeits-, Veranstaltungs und Begegnungsort für Astronomie-Arbeitsgruppen. Er besitzt eine Bibliothek, eine moderne Medienanlage sowie eine Teeküche und bietet damit Platz für öffentliche Vorträge und Vorführungen.

Treffen des Schulnetzwerks Astronomie Oberberg

Referenzsternwarte

Die Sternwarte Waldbröl und die Himmelscheibe von Nebra.

Die Himmelsscheibe von Nebra

Prof. Dr. Wolfhard Schlosser von der Ruhr-Universität Bochum ist Mitglied im Initiativkreis STScI e.V. und hauptverantwortlicher Astronom bei der Untersuchung der Himmelsscheibe. Er hat unsere Sternwarte offiziell zur „Referenzsternwarte der Himmelscheibe von Nebra“ erklärt. Der Scheibenfundort (und deren wahrscheinliche Nutzung) und die Sternwarte Waldbröl liegen auf beinahe identischer geografischer Breite. Daher können die Beobachtungen unserer bronzezeitlichen Vorfahren durch Beobachtungen des Himmels analog nachvollzogen werden. Das komplexe Verfahren zur vorzeitlichen Bestimmung der Zeitpunkte von Aussaat und Ernte sind gerade in Bezug zu den schulischen Zielen des STScI von großer Bedeutung.

Nutscheid-Henge

Prähistorische astronomische Verfahren und die entsprechenden Stätten können nachvollzogen und verstanden werden. Schülerinnen und Schüler aus Waldbröl errichteten z.B. ein an Stonehenge angelehntes „Nutscheid-Henge“ um damit die Sonnenauf und -untergänge zu den Sonnenwenden bestimmen zu können.