STScI

Der Komet C/2022 E3 (ZTF)

Nachdem ich in den letzten Jahren, meist wetterbedingt, nie einen Kometen fotografieren konnte, sah es auch in diesem Jahr wieder so aus, als ob das Wetter die Dürre der letzten Jahre über den Winter auf einen Schlag aufholen wollte. Unerwartet klarte es dann in der Nacht zum 21. Januar für ein paar Stunden auf, und da Kometen schon lange ganz oben auf meiner Liste standen, gab es keine Diskussion – die Chance musste genutzt werden. Also begann ich um halb eins in der Nacht mit tatkräftiger Unterstützung das Teleskop mit den Kameras zu bestücken und auf das Wolkenloch zu warten. Ziemlich schnell klarte es tatsächlich auf und ziemlich schnell war auch der Komet am Nachthimmel zu sehen. Obwohl er sich noch ganz am Anfang seiner Reise über unser Firmament befand, war er mit 6,4mag schon relativ hell, so dass wir nicht lange suchen mussten. Länger dauerte es, bis wir die richtigen Einstellungen und Kompositionen für ein schönes Ergebnis gefunden hatten. Viel Zeit blieb nicht, das gezeigte Bild hat eine Gesamtbelichtungszeit von 40min, zusammengesetzt aus 12 Aufnahmen zu je 4 Minuten. Trotzdem ist ein ganz passables Bild dabei herausgekommen, besonders gut gefällt mir, dass man die beiden Schweife schon voneinander trennen kann.

Nicht zu unterschätzen ist auch die Nachbearbeitung, wir haben uns lange durch die Tiefen der Menüs diverser Datenreduktionsprogramme gekämpft, bis das Ergebnis wirklich optimal war und man das Beste aus den Rohdaten gemacht hat. Das zeigt einem wieder, dass man sich nicht blind auf bekannte Prozesse und Programme verlassen darf, sondern immer ein Auge darauf haben muss, ob das, was der Computer macht, auch wirklich gut und richtig ist.

Foto: Patrick Staden und Simon Gier, Text: Simon Gier

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